Was ist Nachhaltige Entwicklung?

Nachhaltige Entwicklung ist ein Thema, was nicht nur für mich wichtig ist. Es handelt sich dabei nämlich um das oberste Ziel der Weltgemeinschaft, vertreten durch die Vereinten Nationen (UNO) und manifestiert in den Sustainable Development Goals, welche im Jahr 2016, die Millenium Goals abgelöst haben. Doch wie wird Nachhaltigkeit definiert?

Leider ist die Formulierung „Nachhaltige Entwicklung“ eine sehr komplexe, verdichtete und mittlerweile inflationär verwendete Begrifflichkeit, weshalb ich in diesem Artikel mein Verständnis davon genauer erläutern möchte.

Meine Definition:

Nachhaltige Entwicklung ist das Ideal eines bewusst koordinierten, verantwortungsvollen Fortschritts auf holistischer Basis (omniskalar, ubiquitär, multilateral), bei dem sowohl Potentiale, als auch Wechselwirkungen beachtet werden.

Im Sinne der Umsetzung, orientiert sich das Konzept der nachhaltigen Entwicklung an den SDGs, also den Sustainable Development Goals.

In den meisten Fällen, ist dabei das Wort „Nachhaltigkeit“ als Synonym zu „Nachhaltige Entwicklung“ zu verwenden. „Nachhaltig“ ist also (im Idealfall) das, was (wertvoll) im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung ist.

Ideal: wünschenswerte/normative Zielsetzung, d.h. sie ist nicht wirklich zu erreichen, aber es besteht die Möglichkeit einer unendlichen Annäherung

Holistisch: ganzheitlich, alles umfassend

Omniskalar: Betrifft alle Ebenen aller Systeme, im Sinne der Systemgröße. Man könnte sagen: vom Individuum bis zur Weltgemeinschaft, oder auch von Frau Meiers Kaufentscheidung, bis hin zum gesamten Wirtschaftsmodell.

Ubiquitär: Allgegenwärtig, Bezug zur räumlichen und zeitlichen Perspektive (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, zeitliche Herausforderungen, Dauerhaftigkeit)

Multilateral: Betrachtung aus möglichst allen thematischen Blickwinkeln: z.B. „was sind unsere Werte?“ (Philosophie), „wie interagieren wir?“ (Kommunikation, Wirtschaft) oder „wie entscheiden wir?“ (Psychologie, Politik).

Potentiale: Darunter verstehe ich Chancen, wie auch Risiken, wobei der Fokus auf den Chancen liegen sollte.

SDGs: Konkrete Ziele, welche von den Vereinten Nationen festgelegt wurden. Diese sollen eine „positive“ Entwicklung, im Sinne der Bewältigung unserer globalen Herausforderungen repräsentieren. Eine Kurzbeschreibung der jeweiligen Ziele, findet sich hier.

Bisherige Definitionen

  • Nachhaltigkeit in der Alltagssprache: Dauerhaft, nachwirkend oder lang anhaltend = nach-haltig
  • Nachhaltigkeit nach Carlowitz (1713): Forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann
  • Nachhaltigkeit nach Brundtland (1987): „Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“

Universelle Betroffenheit

Nachhaltige Entwicklung geht uns also alle was an – und das in allen unseren Rollen, sei es als Teil der Menschenrasse, als Individuum, als Bürger, als Elternteil, als Konsument oder z.B. als Vorbild. Insgesamt geht es, um es nochmal kurz zu fassen, um eine möglichst faire, kontinuierliche und langfristig tragbare Entwicklung, welche eben bewusst, koordiniert und proaktiv stattfindet. Es geht um unseren Lebensstil, um Ressourcennutzung, um Prinzipien wie Erhaltung (z.B. Biodiversität), natürliche Regenerationsfähigkeit/Resilienz oder auch um Potentialausnutzung (wozu wir die Möglichkeit hätten, es aber nicht tun).

Weiterhin geht es auch, um die kollektive Definition von Werten, sowie um Gerechtigkeit (Chancen-, Klima-, Zukunfts-, Enkel-). Es geht um sinnvolle Alternativen und darum, Möglichkeiten bzw. Experimentierräume für deren Entwicklung zu schaffen. Nachhaltige Entwicklung ist die Grundvoraussetzung dafür, dass wir Menschen diesen Planeten weiterhin bewohnen können. Nachhaltigkeit ist schließlich nicht etwas was man „auch“ beachten sollte, wie es oft von Persönlichkeiten aus Wirtschaft oder Politik erwähnt wird, sondern DAS Thema, DAS oberste Ziel der Weltgemeinschaft.

Einige Beispiele

Um das Konzept etwas greifbarer zu machen:

  • Eine nachhaltige Entwicklung wäre es, wenn die Stadt Wien, z.B. im Ring, die Autos abschafft. Leute würden mehr mit dem Rad fahren (Gesundheit), sie wären schneller (Effizienz), es würde weniger CO2 emittiert werden (Klimaerwärmungsbewältigung, Kosteneinsparung über vermiedene Strafzahlungen) und es ist eine Lösung in Richtung Unabhängigkeit von fossilen Treibstoffen, welche per Definition nicht nach-haltig sind, weil sie eben limitiert und endlich sind.

  • Nachhaltig wäre es auch, wenn sich jemand dafür entscheidet, ab sofort nur ein mal im Monat Fleisch zu essen. Das bedeutet nämlich: Weniger Treibhausgase, weniger Kosten (privat wie kollektiv), bessere Gesundheit und das wichtigste: Man übernimmt freiwillig und proaktiv Verantwortung. Man lebt so, dass der eigene ökologische Fußabdruck, dem eigenen Anteil an den maximal erlaubten globalen Emissionen entspricht (um die Klimaziele zu erreichen).

  • Nicht im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung wäre es, wenn man sich z.B. jetzt einen Neuwagen mit Verbrennungsmotor kaufen würde. Wer sagt „ich habe kein Geld für ein Elektroauto“, der könnte sich einen Gebrauchtwagen kaufen. So muss gar kein neues Fahrzeug produziert oder ein anderes verschrottet werden. Dieses Auto könnte man dann so lange fahren, bis ein Elektroauto leistbar wird. Übrigens: Wenn man nicht gerade irgendwo wirklich abgelegen wohnt, ist ein Auto doch überhaupt sinnfrei. Wie wäre es mit den eigenen Füßen, dem Fahrrad, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Sharing-Diensten?

  • Eine andere nicht nachhaltige Praxis, sehe ich darin, wenn Pensionskassen z.B. in Öl-Fonds investieren. Warum nicht in erneuerbare Energien? Das eine befindet sich kurz vor dem Ende, das andere ist am Beginn seiner Blüte. In was, ist es wahrscheinlich sinnvoller zu investieren? Was soll man denn fördern und was nicht? Übrigens: Hast du dir schon mal überlegt, wen oder was du mit dem Geld auf deinem Bankkonto unterstützt? Weißt du, wie deine Bank es anlegt? Meinst du wird es eher in der zukunftsfähigen Realwirtschaft investiert, also z.B. im Bereich Photovoltaik, oder eher auf dem spekulativen Finanzmarkt? Falls dich dieses Thema interessiert, lautet das Stichwort dazu: Divestment.

Am Ende dieses Artikels hast du hoffentlich eine bessere Idee davon, was Nachhaltige Entwicklung ist. Wenn du nun bereit bist, dich damit zu beschäftigen, warum es so wichtig ist zu handeln, dann klicke hier. Wenn du gleich zu den Handlungsvorschlägen möchtest, dann lies auf dieser Seite weiter.

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2 Antworten zu “Was ist Nachhaltige Entwicklung?

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