Morgen mal mit dem Rad?

Radfahren ist nachhaltig. Doch warum eigentlich? Dieser Artikel zielt darauf ab, die vielen Vorteile aufzuzeigen, die das Radfahren mit sich bringt.

Einleitend möchte ich fragen: Warum verwenden wir heutzutage noch Autos? Ist es aus Notwendigkeit, oder aus Gewohnheit? Ist es, weil die Infrastruktur unserer Städte auf Autos ausgelegt ist, oder gar aus Gemütlichkeit? Vielleicht, weil es mal ein Statussymbol war? Oder es jetzt immer günstigere E-Autos gibt? Oder verwenden wir Autos, weil wir uns oft gar keine Gedanken darüber machen?

Und um noch einen Schritt weiter zu gehen: Was ist mit den Öffis? Warum stellen wir deren Benutzung nicht mal in Frage? Warum verwenden wir sie, wenn es in manchen Orten auch ohne sie geht? Was hält uns davon ab, einfach nur mit dem Rad zu fahren?

Gründe gegen das Radfahren

Es gibt sicherlich viele Orte auf der Welt, wo man ohne Auto (noch) nicht wirklich auskommt. Zusätzlich gibt es auch persönliche Faktoren, die einen vom Radfahren abhalten können. Das kann z.B. das eigene Alter sein (zu jung/zu alt), eine körperliche/geistige Einschränkung, oder wenn man meint, dass man als Radfahrer einer erhöhten Verletzungsgefahr ausgesetzt ist und es deshalb lieber meiden möchte.

Letzteres Argument ist natürlich stark abhängig von der eigenen Person, wie auch von sehr vielen Faktoren jedes konkreten Falls, weshalb ich es hier, nicht weiter ausführen werde. Auf den Ort bezogen, sehe ich folgende Gründe gegen das Rad als alltägliches Fortbewegungsmittel:

  • Wohnort liegt im ländlichen Bereich (zu große Distanzen)
  • Wohnort liegt in Breitengrad mit ungünstigen klimatischen Bedingungen (Schnee/Dunkelheit/Kälte/Wind) – z.B. ab ca. 60 N.
  • Stadt mit schlecht ausgebauter Rad-Infrastruktur (Unfallgefahr)
  • Eventuell auch: Stadt mit sehr stark fluktuierendem Höhenprofil (eher selten)

Nun frage ich mich aber: Was ist, wenn alle diese Gegenargumente, nicht auf den eigenen Wohnort zutreffen? Müsste es dann nicht zumindest eine (fast) autofreie Stadt sein? Oder gar eine, in der alle mit dem Rad fahren? Wie schaut es in eurem Lebensort aus?

Gründe für das Radfahren

Es gibt Orte, wie die Stadt Wien, wo man mit dem Rad und in Kombination mit einem Sharing-Dienst wie z.B. Citybike, die gesamte eigene Alltagsmobilität problemlos bewältigen kann. Das ist so, weil in diesem Fall alle der oben genannten Argumente gegen das Radfahren, nicht zutreffen. Trotzdem, sehe ich tagtäglich die Straßen voller Autos und die Öffis vollgepackt mit Menschen, die sich lieber nicht so nahe sein würden. Dabei ist Radfahren einfach super, denn:

  • Es dient der Gesundheit (Sport, frische Luft, Zeit für dich) und spart zudem Zeit, da man vielleicht nicht mehr eigens Zeit einplanen muss, um Sport zu treiben. Außerdem braucht man, meiner mehrjährigen Erfahrung nach in Wien, nur in Ausnahmefällen länger, als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Es kostet so gut wie nichts. Wenn du noch kein eigenes Fahrrad besitzt, schau doch auf willhaben nach einem gebrauchten oder einem, das verschenkt wird. Fragnebenan, ob jemand nicht vielleicht ein Fahrrad hat, welches sie/er nicht braucht. Und/Oder wenn du BOKU-StudentIn bist, melde dich für ein BOKU-Bike an. Spar dir das Geld für ein Semesterticket, für die Jahreskarte, oder die Tickets für das nächste Jahr und kauf dir dafür ein Fahrrad! Ein Fahrrad steht, ein Ticket vergeht!
  • Es ist umweltfreundlich und produziert keinerlei Emissionen. Ausgenommen davon wären trotzdem z.B. die Emissionen der Produktion, welche du bei fleißigem Strampeln aber sicherlich wieder kompensieren kannst. 😉 Außerdem fallen bei einem Gebrauchtrad, sogar diese Emissionen weg!
  • Man ist unabhängig, fährt wann, wie schnell und welche Route man will. Kein warten mehr an der Station, und bei Nacht kann man sich genauso uneingeschränkt bewegen. Außerdem braucht man keinen Parkplatz zu suchen, geschweige denn dafür zahlen!
  • Es dient der Entschleunigung und man lernt dabei. Sitzt du auch oft in der U-Bahn und schaust fleißig auf dein Smartphone? Wohnst du seit längerer Zeit in einer Stadt und kannst dich immer noch nicht gut orientieren? Fahr Rad und lern dabei deine Stadt anders & besser kennen. Außerdem lernst du (solltest du nicht sehr vermögend sein) auch, wie man ein Rad repariert.
  • Man verbringt mehr Zeit im Freien. Trifft jetzt, wegen der (noch) vielen Autos, weniger auf die Innenstadt zu, aber: Fühl den Wind auf deinen Wangen, hör die Blätter rascheln und genieße ein wenig Sonne auf deiner Haut.
    Und wenn es regnet, macht es nichts. Zieh einfach deine Regenjacke an (alternativ modifizierter Müllsack) und genieße den Regen und die Tatsache, dass du nicht aus Zucker bist 🙂 Es gibt übrigens kein Wetter was zu schlecht ist – nur Kleidung, die nicht angemessen ist! Als einzige Ausrede gilt: Wenn es mal kräftig geschneit hat und die Wege noch nicht geräumt sind.
  • Es macht Spaß. Es ist einfach so: Manchen Menschen macht das Radfahren einfach Spaß! Wann bist du das letzte Mal gefahren?

Weitere Tipps für Wien

  • Falls du ein altes Fahrrad hast und deine Ausrede darin besteht, dass du dieses erst reparieren müsstest:
    • WUK Selbsthilfe Werkstatt: Kann ich echt empfehlen, 4€/Besuch, du lernst viel über dein Rad, hast so ziemlich alles an Ersatzteilen und Werkzeug vor Ort und lernst nette Leute kennen.
    • Wenn du übrigens keine eigene Pumpe besitzt, musst du nicht unbedingt eine kaufen! Es gibt in Wien gratis öffentliche Fahrradpumpen und für BOKU-Studenten gibt es z.B. auch eine im ÖH-Sekretariat!
  • Lastenrad-Förderung: Jetzt beantragen oder vom tollen Lastenrad-Leihnetzwerk profitieren, was sich gerade im Aufbau befindet.
  • Falls du nicht in Wien wohnst: Erkundige dich doch, was es in deiner Stadt für Angebote gibt. Ich bin mir sicher, dass du vergleichbare Initiativen finden wirst!

Abschließend

Ich verstehe nicht, warum z.B. in Wien, nicht einfach alle mit dem Rad fahren!? Ich finde außerdem, dass die Stadt Wien, innerhalb des Gürtels, den Gebrauch privater Autos (mit Ausnahmen) verbieten sollte. Das hätte nicht nur alle oben genannten positiven Effekte, sondern noch viele weitere. Beispielsweise könnten öffentliche Einsparungen erzielt werden, indem man Strafzahlungen für CO2-Emissionsüberschreitungen vermeiden würde. Andererseits würde viel öffentlicher Raum wieder frei werden, weil er nicht mehr für Parkplätze missbraucht werden müsste. Man denke nur an all die tollen Urban-Gardening Projekte, die dann entstehen könnten! Was hält uns noch davon ab?

Ich persönlich bin seit Dezember 2015, fast ausschließlich zu Fuß, mit meinem Rad oder mit Citybikes unterwegs. Innerhalb von Wien, verzichte ich somit also auf öffentliche Verkehrsmittel, weil es einfach auch ohne geht und mich die Vorteile klarerweise überzeugen. Übrigens an alle: Bitte immer einen Helm tragen!

Wie legst du deine Strecken zurück? Und warum auf diese Art und Weise? Könntest du dir auch vorstellen nur mit dem Rad unterwegs zu sein? Wenn nicht, warum?

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